Invormationen über Leben und Wirken des Frater Fortunatus Thanhäuser

Anlässlich der Wallfahrt am 30.08. 2014 in Telgte wurde das Denkmal von Frater Fortunatus Bernhard Thanhäuser eingeweit.

 

ZUR INFORMATION!

Mit brüderlichen Grüßen

Fr. Alfons M. Höring OH

ÜBERSETZUNG DES SCHREIBENS AN MAR MATHEW ARACKAL

Rom, 08. Mai 2013

Ref.N. CGO55/2013

Mgr. Mar Mathew Arackal
Bischop of Kanjirappally
P.B. Ni. 22

Kanjirappally - 686507
Kerala - India

Exzellenz, Hochwürdigster Herr Bischof,

Betreff: Eröffnung des Seligsprechungs-/Heiligsprechungsprozesses von
FRATER FORTUNATUS THANHÄUSER
Ich, Frater Elia Tripaldi, der von Frater Jesus Etayo, dem Generalprior des Hospitalordens vom hl. Johannes von Gott, zum Postulator ernannt wurde und mit der Durchführung des Prozesses der Seligsprechung/Heiligsprechung unseres Mitbruders Frater Fortunatus Thanhäuser und Gründers der Kongregation der „Schwestern der Nächstenliebe des hl. Johannes von Gott“ betraut wurde, bitte hiermit Eure Exzellenz formell und entsprechend der Apostolischen Konstitution „Divinus Perfectionis Magister“ vom 25. Januar 1983 und entsprechend der Vorschriften von „Normae servandae in inquisitionibus ab Episcopis faciendis in causis sanctorum“ vom 07. Februar 1983 (Nr. 11 -15) um die Eröffnung des Prozesses.
Wie Ihnen bekannt ist, hat sich der Ruf der Heiligkeit von Frater Fortunatus Thanhäuser schon zu seine Lebenszeit entwickelt und ausgebreitet und hat sich auch nach seinem Tod im Jahre 2005 in zunehmendem Maße weiter ausgebreitet. Der Diener Gottes Frater Fortunatus Thanhäuser wird von vielen Menschen nicht nur in Kattappana verehrt, sondern auch in anderen Gegenden Indiens und in Europa, wo die Ordensgemeinschaft, die von ihm gegründet wurde inzwischen Niederlassungen unterhält. Sein Grab wird beständig von Pilgern besucht, die um seine Fürsprache bitten und oft schriftliche Zeugnisse über erwiesene Gunsterweise/Gnaden hinterlassen, die Ihnen auf seine Fürsprache von Gott erwiesen wurden (Zeichen großer Bekanntheit).
Seine unbegrenzte Liebe für die Armen, die Leidenden, für Kinder und alte Menschen, denen er sein ganzes irdisches Leben weihte, seine ungezählten karitativen Werke in Kattappana und in anderen Orten, seine völliges und bedingungsloses Vertrauen auf die Göttliche Vorsehung und seine heroischen Tugenden haben die Bewunderung und Verehrung vieler Christen angeregt, ja auch von Nichtchristen und Ungläubigen. Dies führte auch dazu, dass viele junge Frauen in die Kongregation der Schwestern in Indien eingetreten sind. Viele Schwestern, seine geistlichen Töchter, führen das Werk des Dieners Gottes in vielen Nationen fort. Sein Ruf der Heiligkeit zieht weiterhin Berufungen in die Gemeinschaft an und gewinnt immer größere Bewunderung bei den Gläubigen.
Die Heiligsprechung von Frater Fortunatus Thanhäuser wäre sehr hilfreich, damit sein Geist den Armen und den Leidenden zu dienen, lebendig gehalten würde und könnte dadurch vielen suchenden jungen Frauen als Beispiel und Vorbild dienen in dieser materialistischen und egoistischen Welt und könnte einen sinngebenden und Lebenssinn spendenden Weg aufzeigen. Da die Schriften und Schreiben des Dieners Gottes (Briefe an Mitbrüder sowie an seine Schwestern und deren Kommunitäten usw.) äußerst einfach und voll und ganz vom Geist des Evangeliums erfüllt sind und sich darin, so glaube ich, keine Hindernisse oder irgendwelche mögliche Schwierigkeiten finden, könnte der Prozess eröffnet werden. Ich bin daher sehr hoffnungsvoll, dass nach der Durchführung der sachgerechten Untersuchungen und nach Erlangen des "nihil obstat" des Heiligen Stuhles, Eure Exzellenz mit der Eröffnung des Prozesses sobald als möglich voranschreiten kann, damit man mit der Befragung der Zeugen, welche persönlich mit ihm vertraut waren, beginnen kann.
Ich habe zwei Vize-Postulatoren ernannt, die mich vor der Diözesan-Kurie von Kanjirappally bei den Untersuchungen und Vorbereitungen des Prozesses vertreten sollen, der sich mit dem Leben, den Tugenden und dem Ruf der Heiligkeit des Dieners Gottes, Frater Fortunatus Thanhäuser, befasst:
FRATER VINCENT KOCHAMKUNNEL, Mitglied des Hospitalordens vom hl.
Johannes von Gott, e-mail
vincentkoch@yahoo.co.uk
und
SISTER ROSILY JOHN PURANGATTIL, Mitglied in der Kongregation der “Sisters of Charity of St. John of God”, E-Mail:
scjgkpna@sancharnet.in
Sie werden die Bischöfliche Kurie mit einer sorgfältig dokumentierten Biographie des Dieners Gottes, mit authentischen Kopien seiner Schriften, einer Liste von Zeugen sowie mit allen möglichen Erfordernisses versorgen, welche zur Durchführung des Prozesses notwendig sind.
Mit dieser meiner Bitte und meinem Gesuchen an Sie, füge ich als Anhang einige Details und eine kurze Biographie und chronologische Informationen betreffs Frater Fortuantus bei.
Ich verbleibe im Herrn, Eurer Exzellenz Diener
Frater Elia Tripaldi O.H.
General-Postulator
FRATER FORTUNATUS THANHÄUSER
1918 - 2005
Frater Fortunatus wurde am 27. Februar 1918 als Bernhard Thanhäuser in Berlin geboren und wuchs als ältester von drei Brüdern in Volpersdorf/Schlesien (heute Wolliborz) auf. 1935 trat er in Breslau in den Orden der Barmherzigen Brüder ein und wurde am 20. September 1935 in das Noviziat aufgenommen. Seine einfache Profess legte er am 21. November 1936 ab, seine feierliche wegen des Weltkrieges erst 1946. Nach Ausbildungen zum Krankenpfleger und Medizinisch-Technischen Assistenten arbeitete Frater Fortunatus im Breslauer Ordenskrankenhaus. 1950 wurde er mit den letzten deutschen Brüdern aus dem jetzt polnischen Schlesien ausgewiesen.
Bis 1969 gestaltete er maßgeblich die spätere Rheinische Ordensprovinz mit. Dann - im Alter von 51 Jahren - ging er nach Indien und baute in Kattappana im Bundesstaat Kerala ein Krankenhaus und zahlreiche Hilfsprojekte für Arme, Kranke und Alte auf. So legte er den Grundstein für die heutige Indische Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder. 1977 gründete er gemeinsam mit einigen Frauen die Ordensgemeinschaft der „Schwestern von der Nächstenliebe vom heiligen Johanes von Gott“. Als „Vater der Armen“ hoch geachtet starb Frater Fortunatus Thanhäuser am 21. November 2005 in Kattappana.
CHRONOLOGISCHE DETAILS von Bernhard Thanhäuser
Name:       Hubert, Ludwig, Albert, Joseph, Bernhard, Thanhäuser
Eltern:       Ewald und Charlotte Thanhäuser, geborene Bschorner
Geburtsdatum:                             27.02.1918
Geburtsort:                                   Berlin
Taufe:                                                      03.04.1918 in der St. Matthäuskirch, Berlin
Wohnhaft:                                               von 1920 in Volpersdorf, Glatzer Bergland (im heutigen Polen)
Diözese:                                                  Erzdiözese Prag
Schulbildung:                                        1924 – 1928 Volksschule Volpersdorf
                                                                  1928 – 1934 Gymnasium in Neurode
Erste Hl. Kommunion:                                     1929 in Neurode
Aufnahme in den Orden:           27.05.1935 in Breslau
(Schlesische Provinz)
Firmung:                                                 29.06.1935 in Breslau
Aufnahme in das Noviziat:                  20.09.1935
Erste Profess:                                        21.11.1936
Feierliche Profess:                               21.07.1946
Ausweisung aus Schlesien:     April 1950
Tätigkeit in Frankfurt:                          1950 – 1969
Novizenmeister:                                    1953 – 1969
General-Delegat:                                   1959 – 1964
(Generaldelegatur Frankfurt)
Vize-Provinzial:                             1964 – 1968 (Rheinische Vize-Provinz)
Ausreise nach Indien:                 15.11.1969
Prior und Direktor des Krankenhauses
in Kattappana:                              1970 – 1977
Gründung der Kongretatione
der „Schwestern der
Nächstenliebe vom
hl. Johannes von Gott“:             08.09.1977 (in Kattappana)
Leitung des Alten- und Pflegeheimes
Pratheeksha Bhavan und verantwortlich
für andere Projekte:                    1976 – 1995
Provinzdelegat in Indien:           1981 – 1983 und 1986 – 1989
50jähriges Professjubiläum:     21. November 1986
Bundesverdienstkreuz der
Bundesrepublik Deutschland: 07. Januar 1995
60jähriges Professjubiläum:     21. November 1996
Letzter Besuch in Deutschland und in seiner
Schlesischen Heimat:                1998
Erhebung der Konvente und Einrichtungen in Indien
zur Indischen Ordensprovinz:  15.06.2005
Tod:                                                21.11.2005 in Kattappana
Beerdigungsstätte:                     Brüdergruft in Kattappana
von Bernhard Grolms hinzugefügt: Außerdem hatte er den Mahatma Gandhi Orden und die Indische Staatsbürgerschaft.

 

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